Verkantdoppelkreis, 2015, Stahl gedreht, 26 x 22 x 22 cm

ROBERT KRAINHÖFNER

Kreisscheibe doppelt gefaltet, 2016, Plexiglas fluoreszierend, 100 x 100 x 25 cm

Für die Generierung von Raum im Werk von Robert Krainhöfner ist zumeist ein ‚Flächenkörper’ Ausgangspunkt. Ein Gegenstand mit eher flächigem Charakter, dem durch Duktilität (plastische Verformbarkeit) die Möglichkeit gegeben ist, zu einem ‚Raumkörper’ entwickelt zu werden. Plane ‚Flächenkörper’ wie Stahlbänder, -bleche und Acrylglasscheiben unterschiedlicher Stärke erfahren durch den Umformungsprozess Richtungsänderungen, geraten in Bewegung, werden dynamisiert und rhythmisiert.

Es entstehen Skulpturen von klarer und ganzheitlicher Gestalt, die an Volumen und Körperlichkeit gewonnen haben, deren Flächen gewölbt oder abgewinkelt sind, und die nicht nur mit dem Umgebungsraum kommunizieren, sondern selbst Raum ausbilden und räumliche Zusammenhänge begreifbar machen. Der Rhythmus der Faltungen wie auch das Wechselspiel von Licht und Schatten entlang der gefalteten Flächen werden gezielt zur räumlichen Gestaltung eingesetzt. Die Faltungen, die uns in diesem künstlerischen Werk begegnen, folgen einer Ordnung, unterliegen einem System, sind konstruiert, entsprechen mit Deleuze Worten „einem geistigen Abenteuer“.

Ausgangsformen sind der Kreis und das Rechteck mit seinem Sonderfall, dem Quadrat. Fast scheint es in diesem Oeuvre keinen Platz für andere, komplexere Formen zu geben, und es scheint auch gar keiner dafür notwendig zu sein. Denn diese beiden geometrischen Grundformen genügen sich selbst, sie werden in allen denkbaren Richtungen der Verformbarkeit durchdekliniert. Spielerisch wird die große Vielfalt dieser Elementarformen, die Kombination und Variation von Kreis bzw. Rechteck ausgelotet. Durch unterschiedliche Winkel der Faltung – von stumpfen Winkeln, über spitze, seltener rechte Winkel bis hin zu gestreckten Winkeln von 180° – wird das flächige Material geformt.

Den meisten seiner Arbeiten liegen nicht, wie bei anderen konkret-konstruktiv arbeitenden Künstlern, exakte mathematische Berechnungen der Flächen und Winkel zugrunde, sondern empirische Versuche mit Karton, die als Modelle dienen und in die gewünschten Materialien, teilweise vergrößert, übertragen werden.

 

Susanne Knorr, Kuratorin, Erfurt

 

 

 

Ring doppelt gefaltet, 2016, Acrylglas (Stärke 5cm), 95 x 95 x 16 cm

 

 

 

 

Verdrehung I,5-fach gefaltet, 2016, Acrylglas (Stärke 5 cm), 40 x 50 x 40 cm

 

 

 

 

Ring 120° offen, 2015, Stahl gedreht, 27 x 27 x 21 cm

 

 

 

 

Diagonal 100, 2012, Stahl (25 mm), 98 x 100 x 65 cm

 

 

 

 

6 m Stahlband gefaltet, 2011, Stahl (30mm), 146 x 146 x 112 cm

 

 

 

 

 

 

 

Ausstellungen

2017  Permanent Artist @ THE ART SCOUTS, Berlin

2016  Galerie Waidspeicher “Stipvisite“, Erfurt

2016  Stadtwerke „Lichtfaltung“, Jena

2016  THE ART SCOUTS, Berlin

2015  JENOPTIK AG „tangente46“, Jena

2015  “Über Kreuz “(mit Edda Jachens) Galerie Corona Unger, Bremen

2015  Villa Rosenthal „Dialog mit Dürer“ (mit Angela Breidbach), Jena

2013  Haus am Horn „Faltfeuer 2013“- Faltperformance, Weimar

2013  Galerie Waidspeicher „STADT RAUM FORM“, Erfurt

2013  Kabinettausstellung Galerie Corona Unger, Bremen

2012  Plattform – ARTKONTOR, Jena

2012  Ausstellung im Augustinerkloster, Gotha

2011  5. Höhlerbiennale, Gera

2010  Galerie „M1-Kunstzone“, Gera

2009  Plakataktion, “Die Kunst geht in die Stadt“ des Forum Konkrete Kunst, Erfurt

2008  „Annäherung an Konkret“, im Forum für Konkrete Kunst, Erfurt

 

 

Vita

1995  Holzbildhauer in Berchtesgaden

1999  Bildhauerei bei Prof. Höpfner in Nürnberg

1997  Gastsemester bei Prof. Rahmann in Weimar

1999  Aufbaustudium Kunst und öffentlicher Raum bei Prof. Hölzinger in Nürnberg

2001  Diplom für Kunst im öffentlichen Raum

Schleinitzstr. 6 A14193 BerlinT. 015772729156