OT No. 1, 2010, Acryl auf Leinwand, 60 x 74 cm

YAFENG DUAN

Yafeng Duan kommt aus einer chinesischen Künstlerfamilie. Zunächst wurde sie ihre Malerei geprägt durch ihre Erfahrung in der traditionellen Chinesischen Malerei und Kalligraphie. Ihre Spannung und Elastizität in der Linie ist insbesondere beeinflusst von den alten Malergelehrten, wie z.B. Yan Zhenqing (颜真卿709-785) und Badashanren (八大山人ca.1656-1705).
Seit ihrem Studienbeginn in Europa erforscht Yafeng Duan die westliche Kunst. Inspirierend für die Weiterentwicklung ihrer Linie war die mal-theoretische Perspektive Rolf Cavaels, der anstrebte, dass die Bildelemente ihre eigene Kraft ausdrücken. Die Raumwirkung der Künstlerin wurde wesentlich beeinflusst durch die Auseinandersetzung mit der Raumwirkung in den Werken von Mark Rothko und Gotthard Graubner.

Zentral für die künstlerische Arbeit von Yafeng Duan sind die Themen „Bildraum“, „Natur“ und „Qi“    () in der chinesischen und der westlichen Kultur und dem entstehenden Dazwischen des interkulturellen Dialogs.
Sie arbeitet mit dem ungegenständlichen Komponieren von Bildelementen wie z.B. Linien und Flächen, um die lebendige Vielfalt der Natur und die Kraft des Qi () auszudrücken. Durch vielfaches Übereinanderlagern erzeugt sie in ihren Bildern vielschichtige und lebendige Räumlichkeit, die den Betrachter aktiv zum Dialog einlädt. Ihre atmosphärisch tiefen Bildräume muss man von innen erleben. Die Augen des Betrachters können überall Punkte finden, wo sie etwas „anfassen“ können. Da diese mit vielen anderen Orten im Bildraum in Beziehung stehen, kann der Betrachter diese Beziehungen zueinander nachempfinden und allmählich immer tiefer in die vielschichtigen Erfahrungsräume des Bildes eintauchen.

 

 

 

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OT Nr. 38, 2015, Acryl auf Leinwand, 90 x 65 cm

 

 

 

 

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OT Nr. 39, 2015, Acryl auf Leinwand, 90 x 65 cm

 

 

 

 

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OT Nr. 04, 2016, Acryl auf Leinwand, 95 x 70 cm

 

 

 

 

OT Nr.13, 2016, Acryl auf Leinwand, 200 x 150cm

OT Nr. 13, 2016, Acryl auf Leinwand, 200 x 150 cm

 

 

 

 

OT Nr. 14, 2016, Acryl auf Leinwand, 200 x 150 cm

OT Nr. 14, 2016, Acryl auf Leinwand, 200 x 150 cm

 

 

 

 

OT Nr. 03, 2015, Acryl auf Leinwand, 100 x 80 cm

OT Nr. 03, 2015, Acryl auf Leinwand, 100 x 80 cm

 

 

 

Während typischerweise Europäer die asiatische Kunst interpretieren, kehrt Yafeng Duan die Perspektive um: vor ihrem Erfahrungshintergrund der traditionellen chinesischen Malerei interpretiert sie kritisch den Bildraum der „abstrakten“ westlichen Malerei und insbesondere deren Verarbeitung asiatischer Einflüsse in Informel und Expressionismus.

Qi () ist das alt-chinesische Energie-Prinzip, das alle Lebensbereiche durchdringt. Nach daoistischem Verständnis ent- und besteht das ganze Universum aus Qi. Yafeng Duan interessiert insbesondere, wie das Qi in ihr, in der Natur, und vor allem in ihrem Werk wirkt. Qi wirkt manchmal sichtbar, meistens jedoch unsichtbar, man kann es nur empfinden. Bemerken kann man Qi im Werk der Künstlerin typischerweise durch die Dynamik und den fließenden Rhythmus in den Bildelementen. Manche Flächen kann der achtsame Betrachter erleben wie Seen, in denen die Energie zusammenfließt, sich staut und wieder neu daraus verteilt wird.

Die ursprüngliche chinesische Malerei beruht auf meditativer Naturbeobachtung; dieses „verstehende“ oder „sich einfühlende“ Wahrnehmen der Natur inspiriert Yafeng Duans Arbeit auch heute. Der berühmte Malergelehrte Guo Xi (郭熙ca. 1023-1085) lehrte, dass nur eine intensive Beschäftigung mit der ursprünglichen Natur uns Menschen helfen kann, zu Echtheit und Ursprünglichkeit zurückzufinden.

Diese Kraft der Natur ist die Quelle ihrer Kunst.

 

Künstlerischer Werdegang:

1999 – 2001  Studium der Chinesischen Malerei an der China Central Academy of Fine Arts, Beijing (China).

2004 – 2005  Studium der Malerei an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Alfter.

2005 – 2011  Studium der Freien Kunst an der Bauhaus Universität Weimar u.a. bei Prof. Elfi Fröhlich.

2009 – 2010  Gastsemester an der Universität der Künste, Berlin, u.a. bei Prof. Robert Lucander.

2011  Diplom an der Bauhaus Universität Weimar bei Prof. Elfi Fröhlich.

2015  Lehrauftrag an der Bauhaus Universität Weimar

 

Stipendien und Preise:

Stipendium des Fördervereins der Bauhaus-Universität Weimar zur Förderung besonders begabter Studierender und Doktoranden.

 

Ausstellungen:

2017  Permanent Artist @ THE ART SCOUTS, Berlin

2016  The Art Scouts Gallery, Berlin

2015  The Art Scouts Gallery, Berlin

2011  “Ungegenständliche Malerei“, Freies Museum Berlin

2011  “Der geworfene Raum”, Galerie Ling, Berlin

2011  “Out of Structure”, Galerie Walden, Berlin.

2011  “FallStudien”, Freies Museum, Berlin.

2010  “II. Kunstlawine Erfurt”, Kunsthaus Erfurt.

2009  “Bilderwahn 4”, Galerie Eigenheim, Weimar.

2009  “Vom Labor zum Projekt”, Neues Museum, Weimar.

2009  “Bauhaus Contemporary Art – Elfi Fröhlich & Students”, Galerie pack of patches, Jena.

2009  “Kunststudentinnen und Kunststudenten stellen aus”, Bundeskunsthalle, Bonn.

2008  “Exkursionen”, Galerie Rothamel, Erfurt.

2007  “Ausstellung junger deutscher und polnischer Kunst” Friedrich-Schiller-Universität, Jena.

2006  “Neue Mitglieder im BBK Bonn”, Kulturzentrum Hardtberg, Bonn.

1999  “Chinesische Nationale Kunstausstellung” , Hebei Museum, Shijiazhuang.

1998  Lianchi Museum, Baoding (China)

Giesebrechtstr. 1610629 BerlinT +49.(0)30.327 65 940